10.07.2026
Sundern feiert drei neue Majestäten
Ein weiteres fröhliches, friedliches Schützenfest liegt hinter uns. Ein Fest mit einigen besonderen Highlights.
Das Röhrtalstadion ist die Spielstätte des TuS 1886 Sundern. Einmal im Jahr freut sich die dort anwesende Zuschauerschaft dann über Flinten- statt Torschüsse. Am Schützenfest-Montag. Normalerweise. Dieses Jahr gab es bereits am Schützenfest-Samstag Jubelrufe, denn es ist Kaiserjahr!
Ein Rückblick von KILIAN SCHULTE
Der Schützenfest-Samstag
Statt in der Hubertushalle anzutreten und dann zur Schützenmesse in der St. Johannes Kirche zu marschieren, versammelten sich die Schützen direkt am Sportplatz. Auf dem Kunstrasen wurde bei bestem Wetter das Schützenfest-Wochenende mit einem ökumenischen Gottesdienst unter der Leitung von Präses Stefan Siebert und Pfarrer Martin Vogt eingeleitet, die ob eines fehlenden Psalms auf dem Liederzettel ihr Improvisationstalent unter Beweis stellen konnten. Wie Stefan Siebert zu Beginn der geistlichen Feier hervorhob, schrieb die Schützenbruderschaft mit diesem Gottesdienst Geschichte: es war der erste ökumenische Gottesdienst zu Beginn eines Schützenfestes in Sundern. Die musikalische Begleitung vom Musikverein Amicitia Garbeck rief bei Schützen wie Gläubigen die Feststimmung hervor.
Nachdem der Schlusssegen gesprochen war, versammelten sich die Schützenbrüder auf dem Grün zum Antreten.Bevor es losging, verliehen die Kompanieoffiziere die Auszeichnungen für die erfolgreichen Schützen im Kleinkaliberschießen anlässlich der Kompaniemeisterschaften im Mai. Anschließend begann das zweite Kaiserschießen in der Geschichte von St. Hubertus Sundern. Von den 40 geladenen, ehemaligen Königen hatten sich gut 30 Könige an der Vogelstange eingefunden. Am Ende kämpften etwa 10 von ihnen noch ernsthaft um die Kaiserwürde. Hier setzte sich Wolfgang Lillpop im 187. Schuss gegen die übrigen ehemaligen Könige durch und darf „Kaisers Prachtstück“ sein Eigen nennen. Nach dem Festzug zur Hubertushalle hieß es noch einmal, ernst zu werden: Am Ehrenmal galt es, den Toten von Kriegen und terroristischer Gewalt zu gedenken. Wie gewohnt legte Oberst und 1. Brudermeister Marc Puppe den Kranz nieder.
Nach dem anschließenden Halleneinzug, wohnten die anwesenden Gäste und Schützen bei bester Laune die Proklamation des zweiten Kaiserpaares Wolfgang und Gaby Lillpop bei. Der neuen Kaiserin wurde eine von Marc und Maja Puppe gestiftete Kaiserinnenkrone überreicht. Dem Kaiser wurde die zur Kaiserkette umgestalte, frühere Kette der Jubelkönige umgelegt. Wie jedes Jahr zog der feierliche Zapfenstreich die Besucher zur Schützenhalle, wo rund 2.400 Menschen die Halle und den Schützenhof fluteten und gemeinsam bis in die Morgenstunden tanzten und feierten.
Der Schützenfest-Sonntag
Das lange Feiern tat der Stimmung beim Frühschoppen zu den Klängen des Musikzugs der freiwilligen Feuerwehr Langenholthausen keinen Abbruch. Zunächst begrüßte Marc Puppe insbesondere das amtierende Königspaar Johannes und Christel Buchheister, sowie das Jubelkönigspaar von vor 25 Jahren Werner und Luise Hirschberg. Ebenfalls anwesend waren der diesjährige Träger der Alten Fahne, Alexander Hoffmann, sowie der Jungschützenkönig, David Börger. Zwei Vorstandsmitgliedern kam während des Frühschoppens eine besondere Ehre zuteil: Marius Cramer, seines Zeichens Hauptmann Ehrenhalber, wurde für die vorangegangenen 19 Jahre Vorstandstätigkeit in diversen Rollen geehrt: Jungschützenvorstand, Adjutant im geschäftsführenden Vorstand und bis zur
vergangenen Generalversammlung 2. Brudermeister und Hauptmann. Kreisgeschäftsführer Martin Thiele verlieh im Anschluss die Auszeichnung für hervorragende Verdienste des KSB Arnsberg. Im Kalenderjahr 2025 erhielten sechs Schützen im Kreisschützenbund Arnsberg diese Auszeichnung. 2026 ist es nur ein Einziger: der amtierende Schriftführer Stephan Hormuth. Gewürdigt wurden damit seine 20 Jahre Vorstandsarbeit – im erweiterten Kompanievorstand, als erster Berichterstatter, eine Rolle, die er selbst geprägt hat, sowie als Schriftführer.
Traditionell traten die Kompanien vor dem großen Festzug des Sonntags in ihren Kompanielokalen an. Hier fielen zwar einige Regentropfen, die bei einigen Schützen unangenehme Erinnerungen ans Vorjahr hervorriefen, die sich bis zum Festzug aber wieder verzogen. Erstmals unter der Leitung vom neuen Hauptmann Axel Henke zog der Festzug durch die Straßen Sundern. Seinem Kommando folgte das scheidende Königspaar samt Hofstaat, das Jubelkönigspaar, der Jungschützenkönig, das Kinderkönigspaar Jan Biederbeck und Mia Menzel und der Träger der „Alten Fahne“ sowie die
Kompanien. In den Straßen jubelten Tausende dem Festzug zu. Etliche folgten in die Schützenhalle, sodass anderthalbtausend feiernde Gäste beim Königs- und Kindertanz beiwohnten.
Auch wenn die Wettbewerbe um Königs- respektive Kaiserwürden an den anderen Festtagen auf dem Programm standen, gab es noch einen vom Hofstaat organisierten Wettbewerb am Schützenfest-Sonntag: Angefangen mit einem Wettrennen zwischen König Johannes auf dem Motorrad und Königin Christel auf dem Pferd, gefolgt von vielen Stunden vor und auf der Bühne, brachte das scheidende Königspaar die sprichwörtlichen PS auf die Tanzfläche. Ein herzlicher Dank der Bruderschaft geht an Johannes und Christel Buchheister sowie ihren Hofstaat für ihren Einsatz. Als langjähriges Vorstandsmitglied aus den Reihen der Dritten Kompanie holte sich der 2. Offizier im letzten Jahr die Königswürde nach einem spannenden Gefecht.
Der Schützenfest-Montag
Anders als noch im Vorjahr zogen die Schützenbrüder pünktlich um 8:15 Uhr aus der Hubertushalle zur Vogelstange aus. Wie es sich für den scheidenden Jungschützenkönig gehört, eröffnete David
Börger das Schießen mit dem ersten Schuss auf den „Thekenstürmer“. Die Entscheidung um die Jungschützenkönigswürde fiel erst spät: Mats „Der Schmale“ Schulte setzte sich gegen die übrigen Anwärter durch und brachte im 194. Schuss den Rest zu Fall. Anschließend ging es um „Ficorus“ und um die Würde des Schützenkönigs der Hubertusbruderschaft. Üblicherweise beginnt die Jagd auf die Insignien erst nach den Ehrenschüssen der politischen Gemeinde sowie der Geistlichkeit. Dieses Jahr holte sich Präses Stefan Siebert bereits mit seinem Ehrenschuss das Zepter. Die Krone erlangte Tim Hoffmann, während Ludger Simon den Reichsapfel sein Eigen nennen darf.
“Stopfen! Stopfen! Stopfen!” - so lautete der Funkspruch, der zu einer unfreiwilligen Schusspause führte. Unter Gewaltandrohung hat sich eine Person der behördlich verfügten Sicherheitssperrung am “Rentnerweg”, welcher direkt unter der Vogelstange entlangführt, widersetzt. Durch die organisatorischen Maßnahmen des Vorstands und eben dem o.g. Funkspruch konnte das Schießen sofort unterbrochen und eine Gefährdung von Personen ausgeschlossen werden. Der Wettbewerb um die Königswürde wurde erst fortgesetzt, nachdem sichergestellt worden war, dass sich keine Personen mehr im Sperrbereich befanden. Zum Zeitpunkt der unfreiwilligen Schusspause war der Vogel schon arg gerupft worden. Auch in diesem Jahr gab es ein spannendes Duell: David Keggenhoff
von der 1. Kompanie gegen Eric Wachholz aus der 2. Kompanie. Nach dem ebenfalls 194. und gleichzeitig entscheidenden Schuss war es Eric Wachholz, der von seinen Offizieren in die Luft gereckt wurde.
Nachdem die Schützen in die Hubertushalle zurückgekehrt waren, erfolgte die Proklamation der neuen Könige durch den 1. Brudermeister Marc Puppe. Er dankte Johannes und Christel für ihre Zeit und für das Geschenk an die Bruderschaft, welches sie in Form einer neuen Tischbank machten. Die Gäste des Freibierfestes feierten in der erneut rappelvollen Hubertushalle lautstark und stimmungsvoll ihre neuen Majestäten in der U-Theke und im Anschluss im Theatersaal, wo die Garbecker Musik ihnen einheizte.
Die Schützenbrüder atmeten auf, als es hieß „Jackenbefreiung“, denn die Sonne war an diesem Montag richtiggehend heiß. Bei bestem Wetter machten sich die Menschen der Stadt auf, den Festzug zu bestaunen. Dieses Jahr gliederte sich „Alte Fahne“-Träger Alexander Hoffmann gemeinsam mit dem neuen König Eric Wachholz samt Hofstaats-Herren beim „Kyoto Kolpinghaus“ ein, während die neue Königin Judith Wachholz mit ihren Damen
traditionell beim „Café Nückel“ eingegliedert wurde. Zurück in der Schützenhalle zeigte sich das neue Königspaar beim Königstanz und feierte anschließend mit den feiernden Gästen bis spät in die Nacht.
Danksagungen
Die Schützenbruderschaft St. Hubertus Sundern 1631 e.V. bedankt sich wie jedes Jahr herzlich bei den Aktiven der Festmusik. Der Musikverein „Amicitia Garbeck“ und das „Tambourkorps 1927 Sundern“ sorgten bei den Festzügen und in der Halle immer mit erstklassiger Musik für gute Stimmung. Ebenfalls danken möchten wir dem Musikverein Amecke, dem Musikzug der Freiwilligen
Feuerwehr Langenholthausen und dem Musikverein Sundern für ihre tolle Unterstützung. Ein weiterer Dank gilt den Mitgliedern der „Aiste Griavenstainer Boellerkoeppe“. Ein Dank geht auch für den gastronomischen Service an den Festwirt Olaf Sommer sowie an die fleißigen Thekenteams.
Der Vorstand bedankt sich ebenfalls bei allen Aktiven der Schützenbruderschaft für deren geleistete Arbeit, ohne die ein Fest dieser Größenordnung nicht durchgeführt werden kann.
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