IM PORTRAIT

"Alte Fahne"-Träger 2018/19: David Keggenhoff

 

Wer die Schützen der Bruderschaft St. Hubertus Sundern kennt, dem ist mit Sicherheit auch diese Weisheit bekannt: „König kannst Du jedes Jahr in Sundern werden, Träger der „Alten Fahne" aber nur einmal im Leben". Dieser Spruch ist jedes Jahr beim Sunderner Schützenfest zu hören, wenn dieser Fahnenträger bei den beiden großen Festzügen das Tuch den Zuschauern präsentiert. Schon 1921 kannte man den Brauch, einem Aktiven des Vorstands eine bereits damals als „Alte Fahne" bezeichnete Fahne für ein Jahr zu vergeben. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt ein aktives Vorstandsmitglied, dem die Schützenbruderschaft besonders am Herzen lag und der sich um sie verdient gemacht hatte, diese Ehre. Seit 1965 wird der heutige Modus praktiziert, bei dem aus den Aktiven des 2. Jahrganges der Träger der „Alten Fahne" per demokratischer Wahl bestimmt wird. Die Wahl erfolgt anlässlich der Schützenfestabrechnung, welche wenige Wochen nach dem Sunderner Schützenfest stattfindet.

 

In diesem Jahr konnte sich bei der Wahl mit David Keggenhoff aus der ersten Kompanie jemand durchsetzen, der auf dem besten Wege ist ein würdiger Träger der „Alten Fahne" zu werden. „Ich fühle mich pudelwohl hier" ordnet der bei der WEPA in Müschede tätige, 37-jährige Betriebswirt die Bedeutung der Vorstandsarbeit bei den Schützen für sich ein, und ergänzt: „im ersten Jahr musste ich erst mal schauen, wie das hier alles so läuft. Jetzt kenne und schätze ich die Gemeinschaft, die innerhalb des Vorstands und der Bruderschaft gelebt wird, sehr" und bezieht dies ausdrücklich nicht nur auf das gute Miteinander in seiner Heimatkompanie aus Obersundern. Er ist stolz darauf, Mitglied dieser Gemeinschaft sein zu können, und hat sein Herzblut dafür schon durch das Tragen der Bruderschaftsfahne im ersten, und die Kompaniefahnenträgerschaft im zweiten Jahr seiner bisherigen Vorstandszeit unter Beweis gestellt.

 

Seine Frau Daniela, die sich herzlich aufgenommen fühlt in den Kreis der Vorstandsfrauen, pflichtet ihm bei. Die 38-jährige ist mit ihrem David seit 2006 verheiratet, die beiden haben zwei Kinder im Alter von 12 und 14 Jahren. Daniela ist voll berufstätig, und hat nach Ausbildung und langjähriger Tätigkeit als Einzelhandelskauffrau eine neue Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten begonnen. Sie kennt zumindest das niederrheinische Schützenwesen etwas, denn in Mönchengladbach war sie schon mal Schützenkönigin. Nach ihrer Beschreibung liegen, besonders was die Atmosphäre des Festes angeht, zugunsten von Sundern Welten zwischen den Festen dort und dem heimischen Schützenfest. Da gefällt David und Daniela der Montag mit der vom Morgen an zu spürenden Spannung vor dem Vogelschießen am besten. Daniela lebt sein 2001 in Sundern, ihre Familie stammt aus Frankenthal in der Pfalz.

 

David Keggenhoff ist gebürtiger Sunderner, die beiden haben sich über den FC Bayern München - genauer gesagt, über den Chatraum der Internetseite des FCB - kennen gelernt und irgendwann einmal getroffen. Beide sind überzeugte Fans des bayrischen Rekordmeisters, und David ist Mitglied im Vorstand des Sunderner FCB Fanclubs, den er 2003 mit gegründet hat. So wundert es nicht, dass zu Ihren gemeinsamen Hobbys der regelmäßige Besuch von Spielen der Bayern gehört. David ist auch gern mit dem Mountainbike unterwegs, und im Winter fährt er mit seinen Kindern Ski im Sauerland. Zu seinen Aktivitäten im Freien gehört auch das sogenannte Geocaching. „Dabei müssen mit Hilfe von Geokoordinaten gut versteckte, kleine gefüllte Dosen gesucht und gefunden werden" erklärt er dazu und berichtet, dass er seit 2012 über 1.500 dieser fest definierten Dosenfundorte ausgemacht hat.

 

Beide unterstützen ihren fußballbegeisterten Sohn, in dem sie ihn zu Turnieren und Ligaspielen der Jugend des TUS Sundern begleiten und - da hat auch Daniela ihre Freude dran - ihre karnevalsverrückte, in einer Tanzgarde der Flotten Kugel Sundern aktive Tochter. Gemeinschaft und Zusammenhalt ist beiden sehr wichtig, egal ob in den Vereinen, in der Familie oder in der Gesellschaft. So haben die beiden ein Familienkartoffelbraten ins Leben gerufen, und richten es seit 2010 aus. Dabei achten Sie darauf, dass auch Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis daran teilnehmen können, die diese in Sundern selbstverständliche, aber für Dritte eher unbekannte Tradition noch nicht kennen. David ist ein Freund von guter Vorbereitung und bekannt dafür dass er, wenn er etwas macht, dies richtig angeht. Die Entscheidung, sich ernsthaft um das Amt des Trägers der „Alten Fahne" zu bemühen, ist eine lange Zeit des Überlegens vorausgegangen. Er hat dazu mit seinen Vorgängern gesprochen, und sich Rat bei erfahrenen Vorstandkollegen geholt. Es ist eine Ehre für ihn, die „Alte Fahne" 2019 tragen zu dürfen. Für das Tuch hat er in seiner Wohnung einen würdigen Platz geschaffen, auf den jeder Besucher sofort aufmerksam wird. Die Belange der Fahnenträger der Sunderner Hubertusbruderschaft sind ihm wichtig, er wirkt bei der jährlichen Einweisung der neuen Fahnenträger mit.

 

In Sundern darf man sich schon jetzt mit ihm auf die Festzüge des Schützenfestes 2019 freuen, wenn David Keggenhoff dem Ruf "Schwenken!" aus den Reihen seiner Vorstandskollegen und der ehemaligen Träger der „Alten Fahne" gern folgen wird.

  

Link: Die Tradition "Alte Fahne"