11.03.2018

Generalversammlung der Sunderner Hubertus Schützenbruderschaft

211 Mitglieder konnte Ludger Simon als 1. Brudermeister zur diesjährigen Generalversammlung der Sunderner Hubertusbruderschaft begrüßen. Er bedauerte die im Vergleich zum Jahre 2017 deutlich geringere Beteiligung. Damals hatten 320 Mitglieder die beschlussfassende Versammlung der Sunderner Schützen besucht. Als mögliche Ursache führte er an, dass nun zum wiederholten Male die Änderung der Satzung auf der Tagesordnung stünde.

 

von STEPHAN HORMUTH



Zu den Gästen der Versammlung zählten neben den Vertretern der politischen Gemeinde aus den Reihen der Geistlichkeit auch Pastorin Gabriele Hirsch. Sie wurde von den Anwesenden mit einem herzlichen Applaus begrüßt. Pastorin Hirsch unterstützt in der evangelischen Gemeinde seit kurzem Pfarrer Martin Vogt, der ebenfalls der Versammlung beiwohnte.

 

Präses Stefan Siebert ging in seiner aufmerksam verfolgten Ansprache auf seine bisherige Zeit in Sundern ein, und berichtete über die Ergebnisse der Gemeindebefragung. Er sprach über den unübersehbaren Wandel von Kirche, und bezeichnete die Schützenbruderschaft als wesentlichen Teil dieser Kirche, die aus allen getauften Christen bestünde. Ausdrücklich bezog er die evangelische Schwestergemeinde mit ein. Präses Siebert rief dazu auf, sich an den in naher Zukunft ergebenden Veränderungen zu beteiligen. „Gott braucht Menschen, die helfen und mitgestalten. Er hat keine anderen Hände als unsere, und keine anderen Füße als unsere, die ihn zu den Menschen tragen".

 

Bezogen auf die eigene Rolle der Geistlichkeit und von Kirche im Leben vieler Christen machte Pfarrer Siebert auch deutlich, dass es „zu wenig ist nur als schmückender Blumentopf Höhepunkte im menschlichen Leben zu verzieren" und nur als „religiöse Verschönerung" bei Taufen, Hochzeiten, Beisetzungen oder als Präses auf dem Schützenfest eine Bedeutung zu haben. Auch im Namen von Pfarrer Vogt und Pastorin Hirsch will er Gott wieder ins Spiel bringen und mit den Menschen über Glauben und die Frage sprechen, wie man heute als Christ leben kann. Den Schützen der Bruderschaft bescheinigte er, dass sie durch ihre Präsenz im Stadtbild von Sundern das Gottesbild eines liebenden und nicht Leistung fordernden Gottes in die Gesellschaft tragen. Er dankte für das Engagement, und forderte besonders von den Jungschützen „die alten Werte neu durchzubuchstabieren" und neu zu beleben.

 

Nach der Ansprache von Präses Siebert wurde unter der Leitung von Ludger Simon die Satzungsänderung durch Neufassung von der Versammlung beschlossen. Der 1. Brudermeister verlas dazu noch einmal die einzelnen Paragraphen und erklärte die wenigen, auf Empfehlung des OLG Hamm vorgenommenen Änderungen. Ludger Simon lies über alle Paragraphen im Einzelnen, und am Ende noch einmal über die gesamte neue Satzung abstimmen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es diesmal zur Anerkennung der Satzung durch das Amtsgericht Arnsberg kommen wird.

 

In seinem Geschäfts- und Kassenbericht wurde von Axel Grote in gewohnt kurzweiliger Weise über das „Superjahr" 2017 berichtet. Das Schützenfest 2017 war das wirtschaftlich erfolgreichste seit 20 Jahren. Zuletzt 1998 bzw. 1999 konnten so hohe Besucherzahlen von über 5.500 Gästen und ein Ertrag im fünfstelligen Bereich verzeichnet werden. Er danke ausdrücklich dem Kreisschützenbund Arnsberg und dem anwesenden Kreisgeschäftsführer, Martin Thiele, für eine Information zur ermäßigten Besteuerung von Eintrittsgeldern bei Brauchtumsveranstaltungen – dies führte für die Sunderner Schützen zu einer nennenswerten Steuerrückerstattung, und trug wesentlich zum positiven Gesamtergebnis des Jahres 2017 bei. Die Zahl der Mitglieder ist leicht rückläufig, derzeit fühlen sich 1.910 Personen der Bruderschaft zugehörig, darunter befinden sich 332 Jubilare. Zuwachs gab es wieder bei der Jungschützenkompanie, ihr gehören nun 229 eingetragene Mitglieder an. 36 Eintritten in die Bruderschaft stehen 20 Austritte gegenüber, und 22 Mitglieder sind leider seit der letzten Generalversammlung verstorben. Ihnen gedachte die Versammlung durch Erheben unter musikalischer Begleitung durch den Musikverein Sundern.

 

Bei den Besetzungen des Vorstandes stand nach Ablauf der regulären Amtszeit der Schriftführer, der Rendant Stellvertreter und der Adjutant zur Wahl. Es stellten sich Wolfgang Teipel als Schriftführer, Frederik Blome als Vertreter von Rendant Axel Grote und Marius Cramer als Adjutant erfolgreich zur Wiederwahl. Ludger Simon bedankte sich herzlich bei den Wiedergewählten und betonte die Bedeutung ihrer Ämter für die Bruderschaft.

 

In den erweiterten Vorstand wurden aus den Kompanien gewählt:
Stephan Stecken und Nicolas Cramer (Wiederwahl), Marc Puppe und Julian Roters sind neu im Vorstand der ersten Kompanie. Bei der Zweiten stellten sich Georg Teipel und Axel Schulte erfolgreich zur Wiederwahl, hier sind Stephan Schneider und Michael Koch neu hinzugekommen. Zu den Neuen bei der 3. Kompanie gehören nun Michael Niederhaus, Andreas Tillmann und Bernd Müller, der das Amt von einem vorzeitig ausgeschiedenen Vorstandsmitglied übernimmt. Stefan Drölle und Johannes Buchheister wurden wiedergewählt.

 

Bei der Ehrung der Jubilare wurden in diesem Jahr 14 Mitglieder für 50 Jahre und 21 Mitglieder für 60 Jahre Treue zur Bruderschaft ausgezeichnet. Ludger Simon freute sich, vier Schützenbrüder für eine besonders langjährige Mitgliedschaft ehren zu können. Seit 70 Jahren sind Alfred Busemann, Fritz Freiburg und Friedhelm Pöhler Mitglied der Bruderschaft und auf eine 80 jährige Zugehörigkeit zu den Schützen kann in diesem Jahr Walter Starke zurückblicken.

 

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Elmar Feische, Franz-Josef Hellhake, Erhard Hesse, Klaus Lehne, Bernhard Lübke, Hans-Josef Schulte, Berni Steinberg, Wolfgang Scheffer, Axel Scheffer-Nölkenhoff, Heinz-Wilhelm Schnöde, Johannes Schültke, Gerhard Solbach, Josef Spielmann und Ferdi Stute.

 

Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:
Werner Bartnicki, Heinz Böhmer, Berthold Buchheister, Klaus Bürger, Günter Hengesbach, Ferdinand Hölter, Alfred Knapstein, Ferdi Knust, Helmut Köhler, Hans Kruse, Manfred Ley, Ernst-Josef Löhr, Horst Nöker, Ewald Skrzipietz, Klaus Spielmann, Werner Stolpe, Martin Scheffer, Herbert Teuschen, Johannes Thüsing, Lothar Weber und Franz-Josef Wortmann.

 

Die durchgeführte Hutsammlung der Generalversammlung brachte 869 Euro, der Betrag wurde durch den Vorstand auf 1.000 Euro aufgestockt. Das Geld wird Father Francis in Afrika zugutekommen, dessen Mission durch die Kriegswirren im Südsudan unter dem Verlust vieler Menschenleben zerstört wurde.

 

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